Ataman: Mit HIV infizierte Menschen besser vor Diskriminierung schützen

Infizierte berichten Antidiskriminierungsstelle von Nachteilen im Beruf und beim Arzt

Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, will mit HIV infizierte Menschen besser vor Diskriminierung schützen.

Berlin - "Diskriminierung und die Angst, wem man von der Infektion erzählt und wem besser nicht, prägen den Alltag vieler HIV-Infizierter", erklärte Ataman am Dienstag in Berlin im Vorfeld des Welt-Aids-Tags am Donnerstag. Wer diskriminiert werde, sollte sich unbedingt juristisch beraten lassen.

Ataman schlug ein Verbandsklagerecht vor, so dass die Deutsche Aids-Hilfe als Dachverband Musterklagen erstreiten könne. Momentan trügen von Diskriminierung Betroffene das Prozessrisiko im Fall einer Klage gegen Arbeitgeber allein ? "und damit das Risiko, auf teuren Anwaltskosten sitzen zu bleiben", erklärte sie.

Wie die Antidiskriminierungsstelle mitteilte, erlebten HIV-Infizierte vor allem im Arbeitsleben und bei Arztbesuchen Diskriminierung. Viele schilderten dem Beratungsteam, dass sie in der Praxis nur Termine zu Randzeiten bekämen und auf Bewerbungen pauschale Absagen bekämen. Dabei seien sie in der Regel nachweislich nicht mehr ansteckend.

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