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Aquaman startet in sein erstes Solo-Abenteuer

Neuester Ableger aus dem DC Universe

Sechster Teil der lose zusammenhängenden DC-Filmreihe, der einiges fürs Auge bietet, handlungstechnisch aber in allzu vertrauten Superheldengewässern fischt.

Düsseldorf - Der Prolog entführt den Zuschauer ins Jahr 1985 und beschreibt das Zusammentreffen des Leuchtturmwärters Tom Curry (Temuera Morrison) mit Atlanna (Nicole Kidman), der Königin des Unterwasserreiches Atlantis, die ihm quasi vor die Füße gespült wird. Ohne zu zögern, liest er sie auf und bringt sie in sein Haus, um ihre Wunden zu verarzten. Schon bald verlieben sich die beiden und bekommen schließlich einen Sohn, dem sie den Namen Arthur geben. Das familiäre Glück geht jedoch in die Brüche, als sich Atlanna nach dem Auftauchen eines Soldatentrupps gezwungen sieht, in ihre Heimat zurückzukehren.

Mehrere Jahrzehnte später ist der kleine Arthur zu einem stattlichen Mann (nun gespielt von Jason Momoa) herangewachsen, der nicht nur ein hervorragender Kämpfer ist, sondern auch mit Meereswesen kommunizieren kann. Dass ihm eigentlich der Thron von Atlantis zusteht, interessiert den Draufgänger nur wenig. Seinem Schicksal muss er sich dennoch stellen, da sein Halbbruder Orm (Patrick Wilson) um jeden Preis die Armeen der sieben Unterwasserreiche vereinen und gegen die an Land lebenden Menschen in den Krieg führen will. Mithilfe der unerschrockenen Prinzessin Mera (Amber Heard) und seines Lehrmeisters Vulko (Willem Dafoe), eines engen Vertrauten seiner toten Mutter, stellt sich Arthur alias Aquaman den unheilvollen Plänen in den Weg.

Seinen ersten längeren Auftritt feierte der Titelheld im Giganten-Treffen "Justice League", dem fünften Film der DC-Reihe, und ließ dort bereits sein kernig-einnehmendes Charisma aufblitzen. In seinem eigenen Soloabenteuer kommt die Ausstrahlung des Muskelmannes nun noch mehr zur Geltung und gehört sicher zu den Stärken einer Spektakelshow, die mitunter heillos überkandidelt ausfällt. Handfeste Kitschanflüge gibt es ebenso zu bestaunen wie gruselige Seemonster und krachende Kampfpassagen, in denen Überwältigung das oberste Gebot zu sein scheint. Glücklicherweise färbt der kreativ verantwortliche Wan seine häufig dick auftragende Inszenierung immer mal wieder ironisch ein, was den Over-the-top-Modus um einiges erträglicher macht.

Wie so oft beim Superheldentreiben auf der großen Leinwand ist die aus altbekannten Versatzstücken gebaute Story (Drehbuch: David Leslie Johnson-McGoldrick und Will Beall) letztlich nur ein Vorwand, um den Protagonisten und seine Verbündeten auf eine actionreiche, an exotische Schauplätze führende Reise zu entsenden. Arthurs Entwicklung von der Verweigerung bis zur endgültigen Annahme seines Schicksals wird oberflächlich abgehandelt. Standardmotive wie Rache und Machtstreben spielen eine Rolle, taugen aber nicht zur Schärfung der Charakterprofile. Ähnliches gilt für die obligatorische Liebesgeschichte, die sich das Etikett "Malen nach Zahlen" vollauf verdient. Umso erfreulicher ist es, dass die von Amber Heard schlagkräftig und gewitzt verkörperte Mera abseits der formelhaften Romanze handfeste Akzente setzen darf.

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