Altmaier vom Wegfall der Routine nach Ausscheiden aus dem Amt überrascht

Ex-Regierungsmitglied machte sich vergeblich bereit für Fahrt ins Ministerium

Der Wegfall seiner üblichen Tagesroutine nach dem Ausscheiden aus dem Amt hat den früheren Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) überrascht. Am ersten Tag danach sei er noch um 5.30 Uhr aufgestanden, sagte er in einem Interview.

Der Wegfall seiner üblichen Tagesroutine nach dem Ausscheiden aus dem Amt hat den früheren Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) überrascht. "Ich bin pünktlich um 5.30 Uhr aufgewacht, habe geduscht und mich angezogen", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Samstag über den ersten Tag nach der Amtsübergabe an Robert Habeck (Grüne). "Dann wurde mir klar, dass draußen kein Chauffeur steht und im Ministerium niemand wartet."

"Einen Augenblick war ich verdutzt, dann musste ich herzlich lachen", berichtete Altmaier weiter. Auf die Frage, was er dann gemacht habe, antwortete er: "Gefrühstückt."

Politikerinnen und Politiker in hohen Ämtern verlören die Kontrolle über den Kalender, "weil viele Termine vorgegeben sind", erläuterte Altmaier. "Nun war ich wieder frei, und es war großartig." Am Nachmittag des fraglichen Tages habe er Bekannte getroffen. "Dann habe ich beschlossen, mich ein halbes Jahr aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Im Wesentlichen bis jetzt."

Inzwischen seien seine "Batterien wieder aufgeladen", sagte der Ex-Minister. Er werde nun ein Buch schreiben, "um etwas zurückzugeben an Einsicht und Erfahrung".

Altmaier saß von 1994 bis zum vergangenen Jahr für die CDU im Bundestag. Er war von 2012 bis 2013 Bundesumweltminister, anschließend Kanzleramtschef unter Angela Merkel (CDU) und von 2018 bis zum Amtsantritt der Ampel-Regierung Wirtschaftsminister.

© 2022 AFP