79 Tage im Job ohne Gehalt

Frauen arbeiten bis zum Equal Pay Day umsonst

Frauen arbeiten im Vergleich zu Männern pro Jahr 79 Tage ohne Bezahlung - das bedeutet die aktuelle Lohnlücke von 22 Prozent übersetzt.

München - Der "Equal Pay Day" markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten - während Männer schon seit dem 1. Januar bezahlt werden. 2015 wird am 20. März auf diese gesellschaftliche Ungerechtigkeit aufmerksam gemacht.

Auf Initiative der "Business and Professional Women Germany" (BPW) wurde der Equal Pay Day 2008 erstmals in Deutschland eingeführt. "Schon in dem Moment, in dem Sie anfangen, Kollegen Ihr Gehalt zu stecken, ändert sich etwas", erklärt die Präsidentin des BPW, Henrike von Platen. Wer mit Mitarbeitern über seinen Verdienst spricht, bekommt nämlich ein unmittelbares Feedback und erkennt seinen eigenen Wert. "Das stärkt das Selbstbewusstsein und sorgt gerade bei Frauen für einen souveräneren Auftritt in Gehaltsverhandlungen."

Offene Lohnstrukturen sorgen für motivierte und zufriedene Mitarbeiter und somit auch für ein besseres Betriebsklima. Falsch machen können Arbeitnehmer dabei nichts, denn seit 2009 dürfen sie laut Gesetz offen über ihr Entgelt sprechen - egal was im Vertrag steht. Stellt sich dann heraus, dass es gewaltige Gehaltsunterschiede gibt, rät von Platen, den Vorgesetzten freundlich auf den eigenen Wert aufmerksam zu machen: "Fragen Sie den Chef, was an Ihrer Leistung noch fehlt, um das Gehalt des anderen zu erreichen." Grund für Missgunst und Neid gibt es durch offene Lohnstrukturen im Betrieb so nämlich auch nicht mehr.