15.11.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> 501 Stadtbäume müssen gefällt werden

501 Stadtbäume müssen gefällt werden

Bäume haben die Hitzesommer nicht überlebt

Den Hitzesommern der Jahre 2018 und 2019 müssen Stadtbäume Tribut zollen. Berlin meldet 7000 abgestorbene Fichten, Ahorne und Buchen, die aus Sicherheitsgründen fallen müssen.

Hanau - Auch Hanau ist keine Insel der Seligen. 501 Bäume im Stadtgebiet haben nicht überlebt, melden die Fachleute des zuständigen kommunalen Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS). Nicht eingerechnet sind darin Bäume im Hanauer Stadtwald. „Besorgniserregend“ nennt Stadtrat Thomas Morlock diesen Befund.

HIS müsse sich dauerhaft auf die sommerlichen Hitzeperioden einstellen, lautet das Rezept von Betriebsleiter Markus Henrich. Das heißt zum Beispiel: Hitzebeständigere Bäume bevorzugen wie jetzt auf dem Wallonisch-Niederländischen Kirchplatz Amber- und Schnurbäume. Zudem vergrößert sich der Gießaufwand. Und gepflanzt wird möglichst häufig schon im Herbst und nicht mehr im ausgehenden Winter oder im Frühjahr, weil die Gefahr besteht, dass Jungpflanzen frühen hohen Temperaturen im April oder Mai nicht gewachsen sind.

Unter den 501 abgestorbenen Bäumen dominieren die Birken bei weitem mit 178. Allein 91 davon sind in einem Wäldchen an der Hohen Landesschule schon gefällt worden – allesamt Exemplare mit geringem Stammdurchmesser. „Trockenheit können sie gerade noch vertragen, zusätzliche Hitze aber in so jungem Stadium nicht“, erläutert HIS-Baumkontrolleur Michael Schenk.

Mit 59 Exemplaren belegt die Kiefer Platz zwei in der Fällliste, Schwerpunkt ist hier Großauheim. Bei ihr kommt zur Hitze ein spezieller Pilz hinzu, der dem Baum zusetzt.

35 Fichten haben die heißen Monate nicht überlebt. Betroffen ist vor allem die Grünanlage Pfaffenbrunnenstraße in Steinheim. Diese Baumart ist ein „Opfer von Hitze und Borkenkäfer“, so Schenk. Gegen den Schädling vermag die Kiefer normalerweise genug Harz zu produzieren, um die vom Borkenkäfer gefressenen Löcher wieder zu schließen, bei Temperaturen nahe der 40 Grad jedoch nicht mehr.

698 Bäume diverser Arten – und damit mehr als zehn Prozent des Gesamtbestands – sind allein im Schlosspark Philippsruhe betroffen. Das hat nach Darstellung von HIS-Baumkontrolleur Michael Schenk verschiedene Ursachen. Mit Blick auf Risse im Stamm und abgeplatzte Rinde von abgestorbenen Buchen sagt er: „Die Rinde ist regelrecht verbrannt.“ Hinzu komme, dass der Park ehedem auf einem aufgeschütteten Gelände angelegt worden und die Bodenqualität „nicht besonders wachstumsfreundlich“ sei. Schließlich führt die zu geringe Durchfeuchtung der Erde dazu, dass feine Wurzeln absterben und kein Wasser mehr in den Baum weitergeben können.

Unterhalb der Marke von 30 Zentimetern ist es im Erdreich zu trocken. Daher hat HIS schon damit begonnen auch im Herbst und Winter – außer an Frosttagen – regelmäßig zu wässern. „Wir stärken die Bäume damit auch schon für eine eventuelle weitere Hitzeperiode“, erläutert HIS-Leiter Henrich. Der Eigenbetrieb verwendet auch im Schlosspark dafür ausschließlich Brunnenwasser. Henrich will darüber hinaus prüfen lassen, ob eine unterirdisch vorhandene Beregnungsanlage nachts wiedereingesetzt werden kann – was vor Jahren schon einmal so praktiziert wurde. Und er überlegt, inwieweit es sinnvoll ist, Wasser vom nahen Main per Leitung und Pumpe zu nutzen.



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