16.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> 500 Millionen Zugvögel ziehen pro Jahr über Deutschland

500 Millionen Zugvögel ziehen pro Jahr über Deutschland

Ein Viertel der Arten im Bestand gefährdet

Rund 500 Millionen Zugvögel ziehen jährlich über Deutschland - viele von ihnen sind allerdings gefährdete Arten, wie in einer neuen Roten Liste für Vogelarten steht.

Berlin - Knapp ein Viertel der etwa 280 Arten ist allerdings gefährdet und steht deshalb auf der Roten Liste, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Deutsche Rat für Vogelschutz (DRV) in Bonn erstmals für wandernde Vogelarten in Deutschland präsentierte. Zu den gefährdeten Arten gehören unter anderem Kornweihe, Kuckuck, Samtente und Waldsaatgans.

Zwar sei die Situation bei den Zugvögeln "insgesamt etwas besser" als bei Deutschlands Brutvögeln, von denen 42 Prozent auf der Roten Liste stehen, erklärte BfN-Präsidentin Beate Jessel. Es gebe aber einige besondere Sorgenkinder. Bedroht seien vor allem die weitziehenden Arten, die bis südlich der Sahara fliegen. Auch Vogelarten, die auf Agrarlandschaften angewiesen sind sowie Arten der Küsten und Meere stünden "überproportional häufig auf der Roten Liste", erklärte Jessel.

Deutschland ist eine wichtige Drehscheibe für den Vogelzug. Das Wattenmeer etwa gilt als das wichtigste Rastgebiet für Wattvögel auf dem Weg von Sibirien nach Westafrika, während die norddeutsche Tiefebene wichtigstes Winterquartier arktischer Wildgansarten ist.

So versammeln sich zum Beispiel 80 Prozent des nordeuropäischen Bestands der Brandgans im Sommer zur Mauser auf Sandbänken vor der Elbmündung. Ein Viertel des global bedrohten Bestands der Samtente überwintert in der deutschen Ostsee, wo die Art durch Beifang in Fischernetzen gefährdet ist.

Zudem überwintert jeder fünfte Sterntaucher in deutschen Nordseegewässern, wo sein Lebensraum allerdings durch Windenergieanlagen eingeschränkt wird. Ein Großteil des Weltbestands der bedrohten Waldsaatgans überwintert in Ostdeutschland und leidet dort unter der Jagd auf ähnliche Verwandte.

Neben den Arten auf der Roten Liste stehen laut BfN weitere zehn Prozent der Zugvögel auf der Vorwarnliste, weil ihre Bestände bereits merklich zurückgehen. Dazu zählen unter anderem Kiebitz, Turteltaube und Trauerschnäpper.

In Deutschland selbst gibt es nur 28 Brutvogelarten, die überhaupt nicht wandern. Rund 86 Millionen Vogelpaare brüten hierzulande jedes Jahr.

(xity, AFP)


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