09.12.2022 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> 45. Deutscher Krankenhaustag in Düsseldorf

45. Deutscher Krankenhaustag in Düsseldorf

Krankenhäuser in Deutschland melden Alarmstufe Rot

Hohe Kosten, steigende Energiepreise und die Inflation treffen Deutsche Krankenhäuser aktuell besonders schwer. Das berichtete die Deutsche Krankenhausgesellschaft auf dem 45. Deutschen Krankenhaustag am Montag, 14. November 2022.

45. Deutscher Krankenhaustag in Düsseldorf

Düsseldorf - Alarmstufe Rot vermelden deutsche Krankenhäuser - ohnehin schon kaum zu bewältigende Kosten treffen auf Inflation und steigende Energiepreise. Zusammen mit dem Fachkräftemangel drohen Insolvenzen und somit eine medizinische Unterversorgung, großflächig und demokratiegefährdend, so die Deutsche Krankenhausgesellschaft am Montag, 14. November 2022, auf dem 45. Deutschen Krankenhaustag.

Dort erneuerte Bundesgesundheitsminister Lauterbach sein Versprechen, dass aufgrund steigender Energiekosten keine Klinik schließen müsse. Technisch auf dem neuesten Stand, ausreichend viel und gut ausgebildetes Personal und innerhalb von fünf Minuten zu erreichen im Notfall - so die Idealvorstellung jedes Patienten, wenn es um Krankenhäuser geht.

Technik gibt es zu kaufen - Personal ist schon schwieriger zu finden - und die Klinik um die Ecke gibt’s vielleicht bald gar nicht mehr - so die Befürchtung der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Denn es drohe nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Inflationsrate und den aktuell hohen Energiepreisen ein flächendeckendes Kliniksterben, Insolvenzen seien kaum vermeidbar. Die wirtschaftliche Stabilität der deutschen Krankenhäuser ist insgesamt wirklich sehr gefährdet.

"Wir haben bis zu 80 Prozent Kliniken, die schon in diesem Jahr rote Zahlen schreiben", so Dr. Gerald Gaß, Vorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft. "Für das nächste Jahr sieht es noch düsterer aus und es fehlt tatsächlich zum Teil auch Geld, um Löhne und Gehälter rechtzeitig zu bezahlen. Das zeigt Die Lage ist brisant, es muss gehandelt werden. Denn man hat keine Planungssicherheit, weiß nicht, in welche Bereiche man investieren soll, und gleichzeitig verliert man auch immer mehr Fachkräfte. Und das ist dann eine Spirale, die wir unbedingt durchbrechen müssen. Deswegen hoffe ich, dass Herr Professor Lauterbach heute wirklich weitgehende Reformen verkündet, die dann auch umsetzbar sind."

Auf dem Deutschen Krankenhaustag, der traditionell parallel zur Medizintechnik-Messe MEDICA stattfindet, bekräftigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach darum erneut, dass aufgrund der Energiepreise kein Krankenhaus werde schließen müssen. "Und dann können Kinder nicht überwiesen werden an eine andere Klinik, nur weil man das Budget benötigt", erklärt Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. med. Karl Lauterbach. "Man wüsste aber: Das Kind würde anderswo eigentlich besser versorgt werden können. Das sind natürlich keine ehrbaren Verhältnisse. Wenn man sich überlegen muss, welches Kind wird wie behandelt, um es Budget darzustellen. Und das ist ja als pars pro toto die Situation aller Krankenhäuser. Die Krankenhäuser sollen aus dem Hamsterrad herausgeführt werden, die Medizin soll wieder eine stärkere Rolle spielen, und die Ökonomie soll in einem geringeren Grad zurückgedrängt werden. Nicht komplett ohne ökonomische Aspekte. Aber es gibt auch eine Ökonomie, eine sinnvolle Ökonomie im Krankenhaus jenseits der DRGs."

Die ganz konkreten Reform-Vorschläge bleibt Minister Lauterbach heute noch schuldig. Auch zu einer zukunftssicheren Finanzierung, für die sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft Lösungen erhofft hatte im Vorfeld. So bleibt den Ausstellern auf den Fachmessen Medica und Compamed nur, auf die Internationalität der Investoren zu hoffen und dementsprechend auf Export-Märkte. Der deutsche Markt für Medizintechnik ist zunächst noch unsicher.



Werbung

Copyright 2019 © Xity Online GmbH