17.09.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> 36.863 Menschen arbeiten im Niedriglohnsektor

36.863 Menschen arbeiten im Niedriglohnsektor

DGB zur Arbeitsmarktsituation in Düsseldorf

Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund arbeiten in Düsseldorf 36.863 Menschen zu Niedriglöhnen.

Düsseldorf - Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist nach wie vor gut und das trotz sich abschwächender Konjunkturprognosen. Doch obwohl der Fachkräftebedarf ständig steigt, hat Deutschland einen der größten Niedriglohnsektoren in Europa. Laut einer DIW-Studie sind inzwischen - unter Berücksichtigung der Teilzeit- und Nebenjobs - bundesweit mehr als 9 Millionen Menschen davon betroffen. Der Bruttolohn von 10,80 Euro ist die nach internationalen Standards in Deutschland geltende Grenze für Niedriglohn.

"In Düsseldorf waren 2017 im Jahresdurchschnitt 36.863 Menschen in Vollzeit beschäftigt zu Stundenlöhnen von weniger als 10,80 Euro. Das sind 12,8 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten. Besonders hoch ist der Anteil bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ohne Berufsabschluss (33,1 Prozent) und bei Menschen mit Migrationshintergrund (30,6 Prozent)", so die Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes Düsseldorf Sigrid Wolf.

Der Gegensatz von Reichtum Weniger, deren Einkommen immer weiter steigt, und Millionen von Menschen, die trotz Arbeit keine Chance auf ordentliche Entlohnung haben, muss viel wirksamer bekämpft werden. Niedriglöhne schüren soziale Ängste und Unsicherheiten und verhindern eine armutsfeste Alterssicherung.

"Zentraler Punkt ist die Stärkung der Tarifbindung, denn immer mehr Arbeitgeber sind ohne Tarifvertrag - auch durch so genannte Mitgliedschaften ohne Tarifbindung - in den Arbeitgeberverbänden. Denn gerade in den Branchen, die Niedriglöhne zahlen, ist die Tarifbindung extrem gering, wie z.B. Tourismus, Gastronomie, Reinigung. Außerdem muss der gesetzliche Mindestlohn perspektivisch auf ein existenzsicherndes Niveau angehoben werden", so Wolf abschließend.


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