28 Prozent weniger Treibhausgase seit 1990

Aktuelle „Energie- und Klimabilanz“ liegt vor

Klimaneutral bis 2030: Mit diesem ehrgeizigen Ziel stellt sich die Stadt Münster einer großen Herausforderung.

Münster - Klimaneutral bis 2030: Mit diesem ehrgeizigen Ziel stellt sich die Stadt Münster einer großen Herausforderung und die bisherigen Maßnahmen zur CO2-Reduktion zeigen Wirkung. Das belegt der aktuelle Bericht zur „Energie- und Klimabilanz 1990 – 2019“. Um 28 Prozent sind die CO2-Emissionen in der Stadt seit 1990 insgesamt gesunken – trotz kontinuierlich wachsender Bevölkerungszahl. Pro Kopf liegt der Rückgang rechnerisch sogar bei 41 Prozent. „Wir sind auf dem richtigen Weg, aber bis zur Klimaneutralität muss noch sehr viel getan werden. Und der Zeitdruck ist groß“, sagt Matthias Peck, Nachhaltigkeitsdezernent der Stadt Münster.

Die Zahlen der Energie- und Klimabilanz zeigen die Entwicklungen in verschiedenen Bereichen in Münster auf: War der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch im Jahr 1995 noch gleich null, so lag er 2019 bei knapp 15 Prozent. Gleichzeitig ging die Anzahl der klimaschädlichen Ölheizungsanlagen stark zurück. Der Gesamtendenergieverbrauch in Münster ist seit 1990 trotz steigender Einwohnerzahlen um 8 Prozent gesunken. Die Kurven der Bilanz zeigen also in die richtige Richtung, aber sie müssen deutlich steiler werden, damit das Ziel der Klimaneutralität bis 2030 erreicht werden kann.

Die Klimaneutralität bis 2030 fest im Blick, überarbeitet die Koordinierungsstelle für Klima und Energie zurzeit den „Masterplan 100 % Klimaschutz“ und passt ihn an den neuen Zeithorizont an. Es werden Potenziale, Herausforderungen und Zielsetzungen für die kommunale Klimaschutzarbeit in der Stadt Münster formuliert. Bis zum Sommer sollen konkrete Vorschläge erarbeitet werden, wie Energieverbräuche und CO2-Ausstoß kurzfristig weiter stark reduziert werden können. Eine zentrale Fragestellung bleibt: Wie kann die Stadtgesellschaft für die Belange des Klimaschutzes noch stärker sensibilisiert und aktiviert werden. „Es geht nicht ohne die Münsteranerinnen und Münsteraner“, betont Matthias Peck. „Für ein klimaneutrales Münster brauchen wir einen mutigen Aufbruch, den alle mittragen. Die Stadt kann einen starken und unterstützenden Rahmen schaffen. Mit Leben füllen müssen ihn die Menschen, die in Münster wohnen oder arbeiten, die Unternehmen, die Politik, die Schulen, die Vereine – unsere gesamte Stadtgesellschaft.“

Wer etwas ändert, hilft mit, dass die Stadt Münster sich ein Stück weiter auf die Klimaneutralität zubewegt. Mögliche Veränderungen könnten sein: zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln, komplett auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umsteigen oder eine Photovoltaikanlage auf dem Dach oder Balkon installieren.

Zur Veranschaulichung:

Ein Rechenbeispiel auf Grundlage der Energie- und Klimabilanz zeigt:

35% der städtischen CO2-Emissionen könnten eingespart werden, wenn

·  … alle Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer in Münster ihre Häuser energetisch sanieren würden (ca. 290.000 Tonnen CO2 jährlich).

·  …alle Münsteranerinnen und Münsteraner die Autofahrten im Stadtgebiet halbieren und auf öffentliche Transportmittel oder das Fahrrad umsteigen bzw. zu Fuß gehen würden (ca. 38.000 Tonnen CO2 jährlich).

·  … auf allen geeigneten Dächern von privaten Wohngebäuden Photovoltaikanlage installiert würden (ca. 300.000 Tonnen CO2 jährlich). 

·  … alle Münsteranerinnen und Münsteraner den Stromverbrauch um 25 Prozent reduzieren würden (ca. 44.000 Tonnen CO2 jährlich).

Mehr Informationen, Anregungen und konkrete Tipps sowie die komplette „Energie- und Klimabilanz 1990 – 2019“ sind unter www.klima.muenster.de zu finden.