20-Jähriger gesteht vor Gericht IS-Mitgliedschaft

Angeklagter: Ich habe in Syrien gekämpft

Im Prozess gegen den 20-jährigen Kreshnik B. hat der Angeklagte vor dem OLG Frankfurt gestanden, sich in Syrien den IS-Dschihadisten angeschlossen zu haben.

Frankfurt - In einer von seinem Anwalt Mutlu Günal vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main verlesenen Erklärung räumte Kreshnik B. ein, im Sommer 2013 nach Syrien gegangen zu sein. Er begründete dies damit, dass er gegen das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad habe kämpfen wollen.

"Ich habe es als meine Pflicht angesehen, mich gegen die Unterdrückung und Tyrannei dort zu stellen", hieß es in der Erklärung. Er habe dort einen Treueeid auf die Dschihadistengruppe IS geleistet. Kreshnik B. wurde in Syrien nach eigenen Angaben im Umgang mit Waffen ausgebildet. Später nahm er demnach auch an insgesamt drei Kämpfen teil. Er sei dabei aber immer in den hinteren Reihen gewesen.

Als es zu Spannungen zwischen dem IS und anderen Rebellengruppen gekommen sei, habe er erste Zweifel bekommen. "Ich habe nicht verstanden, dass sie sich untereinander bekämpfen", hieß es in der Erklärung. Von diesem Augenblick an habe er nach Hause zurück gewollt.

Kreshnik B. war im Dezember 2013 bei seiner Rückkehr am Frankfurter Flughafen festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor, weil er sich der Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und Großsyrien (Isis) angeschlossen haben soll. Diese sorgt mittlerweile unter dem Namen IS für Angst und Schrecken.

Vor der Aussage des Angeklagten hatte das Gericht einen Verständigungsvorschlag vorgelegt, der für Kreshnik B. bei einem Geständnis eine Jugendstrafe zwischen drei Jahren und drei Monaten sowie vier Jahren und drei Monaten vorsieht. Zudem muss Kreshnik B. demnach Fragen des Gerichts und der Bundesanwaltschaft beantworten. Bundesanwaltschaft und Verteidigung stimmten diesem Vorschlag zu. Am nächsten Verhandlungstag Ende Oktober soll der 20-Jährige nun die Fragen von Gericht und Bundesanwaltschaft beantworten.

(xity, AFP)