20.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> 13.000 Polizisten an 7000 Messstellen bei Blitzmarathon

13.000 Polizisten an 7000 Messstellen bei Blitzmarathon

Dritte bundesweite Geschwindigkeitskontrollaktion

In Deutschland und anderen europäischen Ländern hat am Morgen ein Blitz-Marathon gegen Raser begonnen.

Berlin - Beim dritten Blitzmarathon auf Deutschlands Straßen haben rund 13.000 Beamte an mehr als 7000 Messstellen Temposünder ins Visier genommen. Bei der lange vorher angekündigten Kontrollaktion, die erstmals auch in weiteren 21 europäischen Ländern stattfand, gingen der Polizei laut einer ersten Zwischenbilanz vereinzelt Raser mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit ins Netz. Endgültige Zahlen sollen aber erst am Freitag vorliegen.

So blitzte beispielsweise die Polizei in Paderborn auf einer Landstraße einen jungen Autofahrer mit 160 Stundenkilometern, obwohl dort Tempo 100 gilt. Den 25-Jährigen erwartet nun neben einem Bußgeld von 600 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem dreimonatigen Fahrverbot auch eine kostspielige Nachschulung - er besitzt erst seit einem Jahr den Führerschein. Die Bielefelder Polizei ertappte auf der Autobahn 2 bei Vlotho einen Autofahrer mit Tempo 165 - bei erlaubten 120 Stundenkilometern.

In Berlin zeigte sich Polizeipräsident Klaus Kandt erfreut, dass laut dem ersten Zwischenergebnis der groß angelegten Kontrollaktion erneut weniger Temposünder verzeichnet wurden als an gewöhnlichen Donnerstagen. Ein solchen Trend hatte die Polizei bei den ersten beiden Auflagen des Blitzmarathons auch bundesweit festgestellt. Bei der Aktion im vergangenen September erwischte die Polizei insgesamt 93.000 Raser.

In Dortmund gingen den Polizisten bei den Kontrollen nicht nur Temposünder ins Netz: Sie erwischten in einem Fahrzeug einen Beifahrer, gegen den drei Haftbefehle vorlagen.

Der Blitzmarathon hatte am frühen Morgen begonnen und sollte bis Mitternacht dauern. Die ursprünglich auf 24 Stunden angesetzte Kontrollaktion wurde in diesem Jahr bundesweit auf 18 Stunden verkürzt, weil am Freitag im Kölner Dom die offizielle Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes in Südfrankreich stattfinden soll. In Bayern wird der Blitzmarathon nach der Pause am Freitag allerdings fortgesetzt - in dem Freistaat dauern die Kontrollen eine komplette Woche, also bis zum kommenden Donnerstag.

Das Konzept für den Blitzmarathon wurde ursprünglich in Nordrhein-Westfalen entwickelt - im bevölkerungsreichsten Bundesland fand die Kontrollaktion bereits zum achten Mal statt. Zu den europäischen Staaten, die sich erstmals an den Kontrollen beteiligten, zählten unter anderem Italien, Portugal, Großbritannien, Bulgarien und Norwegen.

(xity, AFP)


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