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110 Jahre Südfriedhof Düsseldorf

Erste Beerdigung am 2. April 1904

Vor 110 Jahren, am 2. April 1904, wurde nach Aufzeichnungen der Friedhofsabteilung des Gartenamtes auf dem Südfriedhof die erste Beisetzung vorgenommen.

Düsseldorf - Damit ist der Südfriedhof nach dem vor längerer Zeit geschlossenen Golzheimer Friedhof, dem Friedhof Stoffeln und dem Nordfriedhof der viertälteste Friedhof der Landeshauptstadt. Mit rund 47 Hektar Fläche, etwa 30.000 Grabstellen und mittlerweile über 130.000 Beisetzungen ist er zugleich der zweitgrößte der Stadt. Am Südring gelegen, bildet der Südfriedhof aufgrund seiner architektonischen, landschaftsplanerischen und gärtnerischen Gestaltung einen würdigen Ort für Bestattungen und prägt das Stadtbild.
Notwendig wurde die Einrichtung des Südfriedhofes, als die Einwohnerzahl Düsseldorfs Ende des 19. Jahrhunderts stetig zunahm und so auch mehr Gräber für die Verstorbenen erforderlich wurden. Mit dem Bau wurde um 1900 begonnen. Das ursprüngliche Friedhofsgebiet war in Form eines Kreuzes angelegt und bestand aus einer Gesamtfläche von rund 28 Hektar. Vom Haupteingang aus führten ein Hauptweg, zwei Begleitwege sowie zwei weitere Nebenwege nach Süden. Auch heute noch ist dieser Grundriss erkennbar und prägt die Gestalt des Friedhofs.
Im Gegensatz zur Zeit um 1900, wo man auf Friedhöfen wie in Parkanlagen sehr gerne ausländische und exotische Baumarten setzte, wurden auf dem Südfriedhof fast ausschließlich bewährte Landschaftsbäume wie etwa Eiche, Ulme, Linde, Ahorn gepflanzt, die heute vor allem zusammen mit den verschiedensten Landschaftsgehölzen das Bild des Südfriedhofs prägen. Die ältesten Bäume dieser Anlage sind heute noch auf den Seitenwegen als Alleen zu finden.
Im Jahr 1908 wurde die nach Plänen des damaligen Stadtbaurats Radtke und des Architekten Decker errichtete Kapelle mit Leichenhaus eröffnet. Durch ihre Form und Größe wertet sie auch heute noch das Friedhofsbild auf. Bemerkenswert sind unter anderem die Elemente des Jugendstils, die der aufmerksame Beobachter schon am Haupteingang zum Südfriedhof entdecken kann. Das schmiedeeiserne Eingangsportal zum Südfriedhof zeigt zwei Engel. Einer davon hält einen Palmenzweig, der andere ein Richtschwert. Das Thema des Jüngsten Gerichts findet sich auch im Fassadenschmuck und auf Wandmalereien der Friedhofskapelle. Im Laufe der Zeit wurde der Südfriedhof erweitert und in seiner Gestalt verändert. Kriegsgrabfelder des 1. und 2. Weltkriegs mahnen zum Frieden.
Ehrengräber erinnern an bekannte Düsseldorfer Persönlichkeiten, zum Beispiel an die ehemaligen Oberbürgermeister Karl Arnold, Georg Glock und Josef Gockeln. Die innere Achse, der ursprüngliche Hauptweg, wurde Mitte der 1960er-Jahre entfernt. Dort wurde eine Rasenfläche angelegt und an den Rändern wurden attraktive Grabstellen in Sonderlage eingerichtet. Die historische Bedeutung des Südfriedhofs kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass die Anlage seit 1994/95 als Gartendenkmal eingetragen ist. In den neunziger Jahren wurde die Kapelle umfassend saniert, 2001 die komplette Wasserleitung erneuert, das große Eingangstor zum Friedhof originalgetreu wiederhergestellt und 2012 wurden die schmiedeeisernen Zaunelemente saniert.

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