09.08.2022 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> 0 Prozent Alkohol auf dem Vormarsch

0 Prozent Alkohol auf dem Vormarsch

Nüchtern ist ein Wachstumsmarkt

Langsame Lockerung der Corona-Beschränkungen - eigentlich gute Voraussetzungen für Gastronomie und den Absatz von Wein und Spirituosen.

0 Prozent Alkohol auf dem Vormarsch

Düsseldorf - Längst kein Nischenprodukt mehr - alkoholfreie Weine und Spirituosen. Was beim Bier seit Jahrzehnten Berechtigung hat, brauchte bei anderen Getränken einige Zeit - jetzt gibt es Nachholbedarf. Die Branche hat’s erkannt. Dieser Gin-Hersteller zum Beispiel verkauft dreimal so viele Flaschen alkoholfrei wie
alkoholhaltig.
Inzwischen gibt es Rum und sogar Whisky ohne - geschmacklich nah dran - im Mixgetränk dürfte der Unterschied so wenig auffallen, dass Fans von Whisky-Cola oder Whisky-Sour nicht zurückzucken müssen. „Die Generationen ändern sich auch. Wir haben heute ein viel größeres Bewusstsein für einen maßvollen Umgang mit Alkohol. Und wir sehen, dass es immer mehr Menschen gibt, gerade jüngere Menschen, die dem Thema Alkohol eigentlich nicht mehr so extrem zugewendet sind.“ sagt Christian Wolf, Director Degustation beim Meininger Werlag.
Alkohol ist Geschmacksträger - das ist gerade hier unter Fachleuten auf der Messe ProWein nicht wegzudiskutieren. Wein den Alkohol zu entziehen und dennoch am Ende nicht nur saures Wasser zu trinken ist schwierig. Trotzdem bringen auch renommierte Hersteller inzwischen 0%-Varianten heraus - ohne sich Sorgen um den guten Namen zu machen. Dafür mussten vor allem technische Fortschritte gemacht werden. Weinkritiker und Journalist Stuart Pigott erklärt: „Man hat gelernt mit einer Methode namens Vakuum-Verdampfung, dass man bei ziemlich niedriger Temperatur, 27°C, den Alkohol entziehen kann ohne viel Aroma zu verlieren. Das war vorher der große Haken, dass man nicht nur Alkohol, sondern auch die positiven Inhaltsstoffe aus dem Wein gezogen hat.“
Neben dem Trend Alkoholfrei gibt’s allerdings auch andere große Themen auf der ProWein. Vor allem die Überlastung der Lieferketten und steigende Preise bei Energie, Rohstoffen und Transport trüben die eigentlich verhalten positiven Aussichten der Branche. Wenn Konsumentinnen und Konsumenten aufgrund steigender Inflation jetzt auch noch stark sparen, dürften die für die Branche nach Corona so wichtigen positiven Trends schnell abgeschwächt werden.


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