Von der Leyen wirft Kritikern Mutlosigkeit vor

Pläne für attraktivere Bundeswehr verteidigt

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Bundeswehr attraktiver machen.

by xity deutschland 2014-06-04T14:37:50+0200

Von der Leyen wirft Kritikern Mutlosigkeit vor (© 2014 AFP)

Berlin - Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den Kritikern ihrer Initiative für eine attraktivere Bundeswehr mit scharfen Worten widersprochen. "Wer behauptet, dass dieses Konzept mit wenig soldatischem Sachverstand geprägt sei, der irrt gewaltig", sagte die Ministerin in Berlin. "Er verhöhnt vor allem auch all diejenigen, die in all den vergangenen Jahren diese Themen immer wieder systematisch nach vorne getragen haben." Den Kritikern ihrer Reformpläne warf von der Leyen Angst vor Veränderung vor.

Die Worte der Ministerin zielten auf den früheren Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, der mit dem Vorwurf mangelnder Sachkenntnis auf ihre Pläne reagiert hatte. "Es wirkt auf mich, als sei diese Ideensammlung von Leuten erstellt worden, die die Bundeswehr nicht kennen", hatte Kujat der "Süddeutschen Zeitung" gesagt. Die Bundeswehr müsse eher in bessere Ausrüstung investieren als in Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber.

Auf die Frage nach den mutmaßlichen Motiven hinter Kujats Kritik entgegnete von der Leyen: "Ich glaube, daraus spricht vor allem Angst, nämlich Angst vor Veränderung." Diese Angst müsse durchaus ernst genommen werden. Sie wolle erklären, "dass Veränderung dazu beiträgt, dass Werte, die man gemeinsam teilt, Bestand haben können".

Die Ministerin will mit einem Acht-Punkte-Plan dafür sorgen, dass die Bundeswehr, die seit der Abschaffung der Wehrpflicht auf freiwillige Bewerber angewiesen ist, als Arbeitgeber attraktiver wird. So soll eine Karriere bei der Bundeswehr künftig auch ohne häufige Standortwechsel möglich sein, die Arbeitsumgebung und Unterbringung der Soldaten soll moderner, die Bundeswehr insgesamt familienfreundlicher werden.

Der drohende Mangel an qualifizierten Personal für die Bundeswehr sei "eines der größten Risiken für die Einsatzfähigkeit", sagte von der Leyen. Nach Abschaffung der Wehrpflicht benötige die Bundeswehr jedes Jahr rund 60.000 Bewerber. Dies seien in absehbarer Zukunft "fast zehn Prozent eine ganzen Jahrgangs", sagte von der Leyen. Für die Bundeswehr wolle sie dabei "die Besten" gewinnen.

Die Ministerin wies das Argument zurück, die Bundeswehr solle die Mittel für die Attraktivitätsoffensive lieber in bessere Ausrüstung investieren: Es sei auch nötig, Geld in die Menschen zu investieren, die die komplexe Rüstungstechnik dann auch bedienen müssen. Durch bessere Rahmenbedingungen für die Arbeit müsse die Bundeswehr mit anderen Arbeitgebern um qualifizierte Bewerber konkurrieren - "sonst können wir einpacken", sagte von der Leyen.

Für ihre Pläne habe sie viel Unterstützung in der Bundeswehr und unter Abgeordneten, sagte sie. Sie räumte ein, dass es aus der Truppe noch viele Fragen nach der Umsetzbarkeit der Pläne gebe - etwa in den Bereichen Kinderbetreuung und Zeitmanagement. Sie sehe ihre Aufgabe nun darin, die Grundstruktur für solche Veränderungen zu legen und zu erklären, "wie man das umsetzen kann". Ihre Pläne seien "gar nicht so revolutionär", beteuerte die Ministerin.

(xity, AFP)

Impressum Copyright 2017 © Xity Online GmbH