VCD: Scheuer nimmt in Grenzwert-Debatte Erkrankung in Kauf

Auch Umweltministerin Schulze weist Kritik von Lungenärzten zurück

In der Debatte um Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide hat der ökologische Verkehrsclub (VCD) Bundesverkehrsminister Scheuer vorgeworfen, die Erkrankung "zigtausender Menschen in Kauf" zu nehmen.

by xity deutschland 2019-01-24T12:09:06+0100

VCD: Scheuer nimmt in Grenzwert-Debatte Erkrankung zigtausender Menschen in Kauf (© 2019 AFP)

Berlin - Scheuer kröne sich zum "Schutzpatron der Autoindustrie", kritisierte der VCD am Donnerstag. Ein Aussetzen der geltenden Grenzwerte "wäre ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die unter den Folgen schlechter Luft zu leiden haben".

Am Mittwoch hatten mehr als hundert Mediziner in einer Stellungnahme erhebliche Zweifel an der wissenschaftlichen Methodik bei der Festlegung der Grenzwerte geäußert und eine Neubewertung der Fachstudien gefordert. Damit stellten sie sich gegen die Position der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), die vor einer Gesundheitsgefährdung durch die Luftschadstoffe warnt. Scheuer sagte dazu, es müsse auf europäischer Ebene darüber diskutiert werden, die Grenzwerte auszusetzen.

Der VCD forderte, Scheuer müsse "endlich dafür sorgen, dass Dieselfahrzeuge deutlich weniger Schadstoffe ausstoßen". Stattdessen stelle der Minister "wissenschaftlich haltlos" die negativen Auswirkungen von Stickoxiden und Feinstaub in Frage.

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wies die Kritik von Lungenärzten an den Grenzwerten zurück. Die Werte dienten dem Schutz aller Menschen, sagte sie dem "Handelsblatt". Die große Mehrheit der Städte schaffe es auch, die Grenzwerte einzuhalten. "Wir haben also kein Grenzwertproblem, sondern ein Diesel- und Verkehrsproblem, das wir zum Beispiel mit Hardware-Nachrüstungen lösen können", sagte Schulze. Davon lenke die aktuelle Debatte ab.

(xity, AFP)

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