USA nutzen Daten aus Deutschland womöglich für Tötungen

Magazin zitiert aus Dokumenten des Geheimdiensts NSA

Die USA haben offenbar Daten, die von der Europazentrale ihres Geheimdiensts NSA in Deutschland abgefangen wurden, für die Tötung von Terrorverdächtigen genutzt.

by xity deutschland 2014-06-15T09:19:55+0200

USA nutzen Daten aus Deutschland womöglich für Tötungen (© 2014 AFP)

Berlin - Die von Deutschland aus erlangten nachrichtendienstlichen Erkenntnisse seien "für die Festnahme oder Tötung von mehr als 40 Terroristen verantwortlich", zitierte der "Spiegel" aus einem im Jahr 2005 erstellten NSA-Bericht, der aus dem Bestand des Informanten Edward Snowden stammt.

Die Daten hätten zum Erfolg des weltweiten "Krieges gegen den Terror" und der US-Politik in Afrika beigetragen, hieß es in dem Dokument weiter.

In dem Papier berichtet der Geheimdienst, dass die NSA-Führung 2003 beschlossen habe, das Personal in Deutschland zu verstärken. Eine Gruppe von Analysten habe dann damit begonnen, gezielt nach Informationen über Terrorgruppen in Nordafrika zu suchen.

Aus der kleinen Gruppe der NSA-Analysten in Deutschland erwuchs laut "Spiegel" die inzwischen größte europäische Zweigstelle der NSA in Griesheim bei Darmstadt. Von dem geheimen Standort aus werden laut den NSA-Dokumenten inzwischen 26 Aufklärungsmissionen betrieben. Zu den überwachten Daten zählten europäische Kommunikation sowie "Ziele in Europa".

Dabei kann das Griesheimer NSA-Zentrum offenbar nicht nur auf Metadaten zurückgreifen, sondern mehrere Tage lang auf vollständige Kommunikationsinhalte, die unter anderem vom britischen Geheimdienst GCHQ bereitgestellt würden. Laut einem Bericht von 2012 kann die NSA dabei "komplexe Analysen von Lebensgewohnheiten" erstellen.

Eine NSA-Sprecherin wollte sich zu konkreten Punkten nicht äußern, sagte dem "Spiegel" aber, es gebe einen "ausführlichen und engen Austausch" mit den deutschen Sicherheitsbehörden.

(xity, AFP)

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