Straße in Düsseldorf nach Lilli Marx benannt

Straßenschild in Benrath offiziell enthüllt

In Benrath wurde am Donnerstag, 27. Januar 2022, die neu entstandene Straße zwischen Paulsmühlen- und Telleringstraße nach der Publizistin und Verlegerin Lilli Marx benannt.

by Daniel Postert 2022-01-28T11:58:08+0100

Straße in Düsseldorf erinnert an die Publizistin und Verlegerin Lilli Marx (Foto: Stadt Düsseldorf/Uwe Schaffmeister)

Düsseldorf - Die Benennung der Straße wurde von der Bezirksvertretung 9 in ihrer Sitzung im September 2021 beschlossen und fand am heutigen Donnerstag anlässlich des Geburtstages von Lilli Marx statt, die heute vor 101 Jahren in Berlin geboren wurde. Hiermit wird Marx Leben und Wirken nicht nur geehrt, zudem wird auch ein weiterer Schritt zur Steigerung der Anzahl der Straßenbenennungen nach Frauen in Düsseldorf gemacht.

Die Enthüllung des Straßenschildes übernahm Bürgermeister Josef Hinkel: "Der Mut von Lilli Marx, nach all den schlimmen Erfahrungen in ihre Heimatstadt Düsseldorf zurückzukehren, bewegt mich sehr. Durch ihr Engagement hat Lilli Marx das jüdische Leben in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg wieder sichtbar gemacht. Sie ist für uns alle ein Vorbild für Toleranz und den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen. Es ist mir eine Freude, sie im Paulsmühlen-Quartier mit der Benennung einer Straße dauerhaft zu würdigen."

Zu Lilli Marx

Lilli Marx wurde am 27. Januar 1921 in Berlin geboren. Als Jüdin wurden sie und ihre Familie von den Nationalsozialisten verfolgt. Ihre Eltern wurden im Konzentrationslager ermordet. Lilli Marx konnte 1939 nach London emigrieren. Trotz ihres schweren Schicksals setzte sie sich konsequent für Freundschaft und Versöhnung ein. 1946 kehrte sie nach Deutschland zurück und zog nach Düsseldorf.

Als Mitbegründerin verschiedenster Gruppen und Vereine gestaltete sie das Zusammenleben von Juden und Christen im Nachkriegsdeutschland aktiv mit. In Düsseldorf engagierte sich Lilli Marx für jüdische Frauen und kämpfte für die Gleichstellung der Geschlechter. Ab 1946 brachte Lilli Marx gemeinsam mit ihrem Mann Karl die"Allgemeine Jüdische Wochenzeitung" (anfangs "Jüdisches Gemeindeblatt") heraus, als öffentliche Stimme der Juden in Deutschland. Dieses Wochenblatt wurde in einer Druckerei in Benrath gedruckt. Lilli Marx verstarb im April 2004 in Düsseldorf.

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