Merkel würdigt unfassbaren Mehraufwand der Gesundheitsämter

Kanzlerin diskutiert mit Experten über öffentlichen Gesundheitsdienst

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Arbeit der Gesundheitsämter in der Corona-Krise gewürdigt.

by xity deutschland 2020-09-08T08:44:45+0200

Merkel würdigt "unfassbaren Mehraufwand" der Gesundheitsämter durch Corona (© 2020 AFP)

Berlin - Die Pandemie sorge dort für Aufgaben, "die in einem unfassbaren Mehraufwand resultieren", sagte sie am Dienstag zu Beginn einer virtuellen Konferenz über den öffentlichen Gesundheitsdienst. Was die Beschäftigten Tag für Tag leisteten, sei "ungewöhnlich", sagte Merkel. Dafür wolle sie sich bedanken.

Die Gesundheitsämter spielten in der Corona-Zeit "eine zentrale Rolle", betonte die Kanzlerin. Sie würden dabei helfen, die Infektionsketten zu brechen, und hätten einen "wesentlichen Anteil" daran, dass das Infektionsgeschehen in Deutschland weitgehend unter Kontrolle sei. Der Blick in andere Länder zeige, dass dies nicht selbstverständlich sei.

Allerdings ließen insbesondere die technische Ausstattung und die "digitalen Möglichkeiten" der Gesundheitsämter noch zu wünschen übrig, räumte Merkel ein. Auch das Personal sei teilweise knapp. Bund und Länder hätten sich daher auf den "Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst" mit einem Volumen von vier Milliarden Euro verständigt. Daraus sollen beispielsweise 5000 neue Stellen finanziert werden.

Auf der Konferenz sollten unter anderem mehrere Gesundheitsämter ihre Ideen für die Weiterentwicklung des öffentlichen Gesundheitsdienstes vorstellen. Merkel äußerte die Hoffnung, dass die Veranstaltung "ein Anstoß ist, verstärkt in die Diskussion zu kommen".

In Grußworten an die Konferenz würdigten auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) den Einsatz der Gesundheitsämter. Der öffentliche Gesundheitsdienst sei noch nie "so wertvoll" gewesen wie heute, sagte Söder. In den vergangenen Monaten sei dort "Übermenschliches" geleistet worden.

"Nur zu loben oder zu klatschen", wäre zu wenig, mahnte der CSU-Chef. Die Arbeitsbedingungen müssten nachhaltig verbessert werden.

Tschentscher betonte ebenfalls, der öffentliche Gesundheitsdienst leiste in der Pandemie "hervorragende Arbeit". Nun gehe es darum, ihn personell zu stärken, technisch besser auszustatten und auch die Vernetzung mit anderen Teilen des Gesundheitssystems zu verbessern.

(xity, AFP)

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