Münster und die Briten

Kaum aufgearbeitetes Kapitel der Stadtgeschichte

Als am 2. April 1945 der Zweite Weltkrieg in Münster endete, kamen die ersten britischen Soldaten als Besatzungsmacht in die Stadt Münster.

by xity nrw 2021-10-25T14:47:24+0200

Verabschiedung der Briten 2013. (Foto: Stadt Münster)

Münster - Als am 2. April 1945 der Zweite Weltkrieg in Münster endete, kamen die ersten britischen Soldaten als Besatzungsmacht in die Stadt. Am 4. Juli 2013 verabschiedeten sich die letzten britischen Truppen mit einer Parade auf dem Prinzipalmarkt von den Münsteranerinnen und Münsteranern. Ein fast sieben Jahrzehnte währendes und bisher kaum aufgearbeitetes Kapitel der Stadtgeschichte ging zu Ende. Beim nächsten Online-Themenabend des Stadtarchivs am Donnerstag, 28. Oktober, stellt Dr. Annika Hartmann die von ihr konzipierte neue stadtgeschichtliche Präsentation „Die Briten und Münster – Münster und die Briten“ vor. Der Themenabend wird ab 18.00 Uhr live im Internet übertragen, eine persönliche Teilnahme ist nicht möglich. Der direkte Zugang erfolgt über www.stadt-muenster.de/archiv oder über www.twitch.tv/stadtarchivms.

Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die britischen Einflüsse und die lokalen deutsch-britischen Beziehungen in der Zeit zwischen 1945 und 2013. Münster wurde 1945 Teil der britischen Besatzungszone. Abteilungen der Militärregierung kümmerten sich um die Kontrolle und die Versorgung der Stadt und des Landkreises Münster. Der Militärregierung unterstand auch die Stadtverwaltung unter dem ersten von den Briten eingesetzten Bürgermeister. In den ersten zehn Jahren zwischen 1945 und 1955 galt in Münster Besatzungsrecht.

Besatzungsrecht in Münster

Zahlreiche Regelungen, Verbote und Beschlagnahmungen sowie eine knappe Versorgungslage sorgten in der münsterschen Bevölkerung vielfach für Unmut. Gleichzeitig fanden sich schon früh Zeichen der Annäherung zwischen den Besatzern und den Münsteranerinnen und Münsteranern. Mit dem Rückzug der britischen Militärregierung aus den politischen und gesellschaftlichen Belangen der Stadt verbesserte sich das gegenseitige Verhältnis. Zusammenarbeit und Freundschaft, aber auch verschiedene Konflikte prägten die deutsch-britischen Begegnungen und Beziehungen in den folgenden Jahren.

Während der Stationierung wurden neue Kasernen gebaut und es entstanden Wohnsiedlungen für die britischen Streitkräfte und ihre Familien, die als Klein-London oder Klein-England bezeichnet wurden. Mit zahlreichen Bildern und Quellen – aufgrund der Quellenlage meist aus deutscher Perspektive – wird Annika Hartmann das Zusammenleben von Briten und Deutschen in Münster darstellen. Sie wirft dabei auch einen Blick auf das Privatleben der Briten, das in Freizeit und Beruf stark vom Militär geprägt war.

Im Anschluss an den Themenabend wird der Web-Auftritt des Stadtarchivs um den Bereich "Münster und die Briten" erweitert.

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