Lufthansa streicht 1300 Flüge wegen Streiks

Rund 180.000 Passagiere betroffen

Die Lufthansa hat wegen des Streikaufrufs der Flugbegleitergewerkschaft UFO für Donnerstag und Freitag den Ausfall von insgesamt 1300 Flügen angekündigt.

by xity deutschland 2019-11-07T10:26:38+0100

Lufthansa streicht 1300 Flüge wegen Streiks (Foto: xity)

Berlin - Zehntausende Kunden der Lufthansa müssen am Donnerstag und Freitag mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Wegen des geplanten Streiks der Flugbegleiter fallen an beiden Tagen voraussichtlich 1300 Flüge aus, 180.000 Passagiere sind betroffen. Die Lufthansa scheiterte am Mittwochabend vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht mit dem Versuch, die Arbeitsniederlegungen noch zu stoppen - auch die erste Instanz hatte bereits entschieden, dass der Streik rechtens sei.

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO rief für Donnerstag ab 00.00 Uhr bis Freitag 24.00 Uhr zum Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa auf. Am Donnerstag können nach Angaben des Konzerns daher von rund 3000 geplanten Flügen nur 2300 stattfinden, am Freitag 2400 von 3000.

Kunden können ihren für einen der beiden Tage gebuchten Flug kostenlos auf einen Flug mit Lufthansa oder einer ihrer Töchter in den nächsten zehn Tagen umbuchen, unabhängig davon, ob er tatsächlich gestrichen wird oder nicht, wie der Konzern mitteilte.

Auf innerdeutschen Strecken können Fluggäste demnach auch die Deutsche Bahn nutzen. Dazu können sie ihr Ticket online in einen Fahrschein der Bahn umwandeln. Die Anreise zum Flughafen sei dafür nicht notwendig. Lufthansa bat die Fluggäste, sich vor Reiseantritt auf der Internet-Seite der Airline über den Status ihres Flugs zu informieren.

Das Hessische Landesarbeitsgericht erklärte den geplanten Streik am Mittwochabend für rechtens und wies einen Eilantrag der Lufthansa auf eine einstweilige Verfügung zurück. Zuvor hatte bereits das Arbeitsgericht Frankfurt am Main entschieden, dass die geplanten Streikmaßnahmen "nicht offensichtlich rechtswidrig" seien; dies gelte "insbesondere im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit und Tariffähigkeit der UFO".

Die Lufthansa zweifelt die Vertretungsbefugnis der UFO für das Kabinenpersonal an. Der Konzern sieht die "Gewerkschaftseigenschaft" ungeklärt.

Die Gewerkschaft rief ihre Mitglieder für Donnerstag zu einer Kundgebung am Flughafen München auf, für Freitag am Flughafen Frankfurt am Main.

UFO hat zu dem Warnstreik aufgerufen, um die Lufthansa an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Auch für bessere Arbeitsbedingungen sollen die Flugbegleiter in den Ausstand treten.

Der Konzern hatte Mitte Oktober eine freiwillige Gehaltserhöhung um zwei Prozent angekündigt, rückwirkend zum 1. Juli. UFO sagte daraufhin einen zunächst geplanten Streik für den 20. Oktober bei der Kerngesellschaft Lufthansa ab. Dann aber legten Flugbegleiter an dem Tag doch die Arbeit bei den vier Konzerntöchtern SunExpress, Cityline, Eurowings und Germanwings nieder.

(xity, AFP)

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