Kramp-Karrenbauer will mehr Frauen in Führungsgremien der CDU

Parteichefin kritisiert Unternehmen mit rein männlichen Vorständen

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer will dafür sorgen, dass an den Schaltstellen ihrer Partei mehr Frauen sitzen. "Wir können beim Frauenanteil insgesamt und in den Führungsgremien der CDU noch deutlich besser werden", sagte sie in einem Interview.

by xity deutschland 2020-01-31T16:47:18+0100

Kramp-Karrenbauer will mehr Frauen in Führungsgremien der CDU (© 2020 AFP)

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer will dafür sorgen, dass an den Schaltstellen ihrer Partei mehr Frauen sitzen. "Wir können beim Frauenanteil insgesamt und in den Führungsgremien der CDU noch deutlich besser werden", sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstagsausgaben). "Es reicht nicht mehr zu sagen: Wir haben ganz tolle Männer, die auch phantastisch für Fraueninteressen eintreten. Die Frauen sagen zu Recht: Das können wir gut selbst."

Wenn Posten neu besetzt oder Direktwahlkreise neu vergeben würden, "muss man überlegen, ob es nicht auch eine Frau gibt, die für die jeweilige Aufgabe die am besten geeignete Person ist", mahnte Kramp-Karrenbauer ihre Parteikollegen. Frauenförderung sei wichtig, "damit die CDU auch in Zukunft Volkspartei bleibt".

Laut Kramp-Karrenbauer berät eine eigens eingerichtete Kommission zurzeit darüber, wie die CDU Frauen besser als bisher ansprechen könnte. Derzeit ist nur jedes vierte Mitglied der Partei ist eine Frau. Die Unionsfraktion im Bundestag besteht zu rund 80 Prozent aus Männern.

Auch in der Wirtschaft muss nach Ansicht von Kramp-Karrenbauer mehr für die Frauenförderung getan werden. "Es kann nicht sein, dass sich Unternehmen aus der Selbstverpflichtung rausschleichen, indem sie ihr Ziel auf Null setzen", sagte sie den Zeitungen. Börsennotierte Firmen müssen sich Zielwerte für ihre Führungsgremien setzen - manche Firmen geben sich dabei selbst die Vorgabe Null. Eine verpflichtende Frauenquote gibt es derzeit nur für Aufsichtsräte.

Während aus der SPD schon länger eine verbindliche Vorgabe auch für die Unternehmensvorstände gefordert wird, gibt es in der Union Vorbehalte dagegen. Kramp-Karrenbauer sagte in dem Interview: "Es gibt auch Maßnahmen unterhalb der Quote."

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