Kinderärzte fordern nationales Impfkonzept

Verband: Impfungsrate von 95 Prozent bei Masern nötig

Angesichts der in Deutschland bestehenden Impflücken unter anderem beim Schutz gegen Masern haben Kinder- und Jugendärzte einen nationalen Aktionsplan gefordert.

by xity deutschland 2014-06-13T13:30:29+0200

Kinderärzte fordern nationales Impfkonzept (© 2014 AFP)

Berlin - Ziel müsse es sein, bundesweit bei Masern und auch bei anderen Erkrankungen wie Mumps, Röteln oder Keuchhusten eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent zu erreichen, erklärte Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Nur so könnten Kinder vor den "oft schwerwiegenden Komplikationen" bei Erkrankungen, die durch Impfungen eigentlich vermeidbar seien, geschützt werden.

Der Verbandschef betonte, alle Appelle zu freiwilligen Impfungen hätten bislang keinen Erfolg gehabt. Daher seien "weitergehende Maßnahmen zum Schutz der Kinder erforderlich", erklärte Hartmann. Die Bundesregierung müsse dazu nationale Impfziele festlegen. Deutschland habe sich gegenüber der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verpflichtet, alle Maßnahmen zu ergreifen, um die Masern in Deutschland bis 2015 auszurotten.

Hierzulande kommt es aufgrund von Impflücken in der Bevölkerung immer wieder zu Masernausbrüchen. Allein im vergangenen Jahr wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) 1775 Masernfälle gemeldet. Ursprünglich hatte sich die WHO das Ziel gesetzt, die Masern bis 2010 in Europa zu eliminieren. Wegen unzureichender Impfraten in vielen Ländern wurde als neues Ziel 2015 anvisiert.

(xity, AFP)

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