Fachkräftemangel erreicht Pflegeheime

Tätigkeitsbericht 2019/2020 veröffentlicht

Die WTG-Behörde (Heimaufsicht) des Kreises hat den Tätigkeitsbericht 2019/2020 unter www.kreis-soest.de/pflegeatlas veröffentlicht.

by xity nrw 2021-12-07T11:54:25+0100

Michaela Schlummer stellt den Tätigkeitsbericht 2019 bis 2020 der WTG-Behörde des Kreises Soest vor. (Foto: Thomas Weinstock)

Kreis Soest - Die Einrichtungen im Kreis Soest erfüllen überwiegend noch die gesetzlichen Anforderungen, können aber zunehmend nur mit großer Anstrengung durch den fachlichen und persönlichen Einsatz der eigenen Mitarbeiterschaft den individuellen Pflege- und Betreuungsbedarf, Förderungsbedarf und eine gute Lebensqualität der Bewohner und Bewohnerinnen sicherstellen.
Vereinzelt wurden gravierende Pflege- und Betreuungsmängel wegen zu geringer personeller Ausstattung festgestellt. Folgen waren jeweils Anordnungen zum Aufnahmestopp und zur Mängelbeseitigung. In einem Fall hat die WTG-Behörde den Betrieb der Einrichtung untersagt und Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft für 29 BewohnerInnen geleistet.

Im Berichtszeitraum gingen 131 Beschwerden ein. Anlässe waren kaum Mängel im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung oder der Wohnqualität, dafür wurden Pflegequalität und Personalorganisation kritisiert. 13 Beschwerden im Zusammenhang mit Corona waren zu bearbeiten, die fehlende Teilhabemöglichkeiten, Sorge um Vereinsamung oder die Auslegung der Besuchsverbote betrafen.

Die WTG-Behörde war 2019 und 2020 für insgesamt 200 Betreuungsangebote, davon 113 Einrichtungen mit insgesamt 5.235 Plätzen, die durch eine wiederkehrende Prüfung (Regelprüfung) überwacht wurden, zuständig. Im genannten Zeitraum wurden insgesamt 126 wiederkehrende und anlassbezogene Prüfungen durchgeführt, zum Großteil unangemeldet.

Durch die Corona-Pandemie waren die Regelprüfungen über mehr als drei Monate vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) ausgesetzt. Die WTG-Behörde hat daraufhin einen Fragebogen entwickelt, mit dem sie die Anforderungen des Gesetzes in den jeweiligen Angebotsformen überprüfen konnte und dies aufgrund der aktuellen pandemischen Lage auch weiterhin in dieser Form ausführt. „Die Telefone standen zu Beginn der Corona-Pandemie nicht still“, berichtet Michaela Schlummer. Zahlreiche Anfragen zu den kurzfristig umzusetzenden ministeriellen Erlassen, Besuchseinschränkungen und fehlende Schutzausrüstung seien eingegangen.

Im überwiegenden Teil der Einrichtungen konnte im Berichtszeitraum die gesetzlich vorgeschriebene Fachkraft-Quote von 50 Prozent noch erreicht werden. Dennoch zeichnet sich ab, dass es zunehmend schwieriger wird, freie Stellen mit Fachkräften zu besetzen. Neun geprüfte Einrichtungen haben die Fachkraftquote zeitweise unterschritten. Daneben steigt die Zahl der Einrichtungen, die auf Beschäftigte von Zeitarbeitsfirmen zurückgreifen müssen. 2020 war die Zahl der angezeigten Wechsel auf Leitungsebene (Einrichtungs-, oder Pflegedienstleitung bzw. verantwortliche Fachkraft) mit 31 in insgesamt 23 Einrichtungen sehr hoch. Gründe dafür waren neben dem Eintritt in den Ruhestand und der damit zunächst verbundenen kommissarischen Übernahme von Führungspositionen auch Kündigungen neuer Leitungskräfte während der Probezeit.

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