Europäische Behörde erwägt rezeptfreie Pille danach

Freigabe in Berliner Regierungskoalition umstritten

Über die Frage, ob die "Pille danach" zur Verhinderung einer Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr künftig ohne Rezept erhältlich sein soll, wird in der Bundesregierung heftig gestritten. In Berlin dringen SPD-Politiker auf ein Ende der Rezeptpflicht, während Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) dies mit Verweis auf mögliche schwere Nebenwirkungen des Notfallmedikaments ablehnt.

by xity deutschland 2014-02-23T16:44:48+0100

Europäische Behörde erwägt rezeptfreie "Pille danach" (© 2014 AFP)

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft die Freigabe einer bislang rezeptpflichtigen "Pille danach". Eine EMA-Sprecherin bestätigte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass ein Antrag auf Freigabe des Medikaments vorliege. Zu den Chancen dafür oder einem Zeitrahmen für die Entscheidung wollte sie dem Bericht zufolge keine Angaben machen. Über die Frage, ob die "Pille danach" zur Verhinderung einer Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr künftig ohne Rezept erhältlich sein soll, wird in der Bundesregierung heftig gestritten.

Das Präparat, mit dem sich die EMA befasst, wurde laut dem Zeitungsbericht von den europäischen Behörden europaweit zugelassen. Deshalb könnten sie auch allein über ein Ende der Verschreibungspflicht entscheiden. Über die Rezeptpflicht einer anderen, früher eingeführten "Pille danach" könne hingegen das Bundesgesundheitsministerium entscheiden, weil es von der deutschen Arzneiaufsichtsbehörde zugelassen wurde.

In Berlin dringen SPD-Politiker auf ein Ende der Rezeptpflicht, während Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) dies mit Verweis auf mögliche schwere Nebenwirkungen des Notfallmedikaments ablehnt. Er will an der ärztlichen Beratung festhalten. Auch die Ärzteschaft will, dass die "Pille danach" weiterhin von Medizinern verschrieben werden muss. Im Gegensatz dazu sprechen sich Organisationen wie Pro Familia und der Deutsche Hebammen Verband für die Freigabe aus.

© 2014 AFP

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