Ermittler: Keine Kenntnisse über Verbindungen in NRW-Missbrauchsfällen

Keine strafrechtlich relevanten Zusammenhänge bei Lügde und Bergisch Gladbach

Die Staatsanwaltschaft in Köln hat keine Erkenntnisse über strafrechtlich relevante Verbindungen zwischen den Missbrauchsfällen von Lügde und Bergisch Gladbach.

by xity deutschland 2020-01-14T20:57:31+0100

Köln - Im Zusammenhang mit den Ermittlungen im Fall Bergisch Gladbach gebe es "keine Erkenntnisse, dass Täter oder andere Beteiligte auch an den Taten von Lügde in irgendeiner Weise beteiligt gewesen sein könnten", sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn am Mittwoch auf AFP-Anfrage.

Weder bestätigen noch dementieren wollte Willuhn vorherige Berichte, wonach Angehörige eines Beschuldigten im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach den Campingplatz in Lügde genutzt haben sollen. Über solche Querverbindungen hatten zuvor der Westdeutsche Rundfunk, der Sender RTL und der "Kölner Stadt-Anzeiger" unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet.

Demnach soll der Großvater des Tatverdächtigen aus Bergisch Gladbach in den 80er und 90er Jahren auf dem Campingplatz in Lügde einen Stellplatz gepachtet haben. Auch ein Cousin des Beschuldigten aus Bergisch Gladbach soll einen Campingwagen in Lügde genutzt und diesen dann einem der Haupttäter von Lügde, Andreas V., verkauft haben.

Die Missbrauchsserie von Lügde im Kreis Lippe war Ende Januar bekannt geworden. Auf einem Campingplatz in der ostwestfälischen Stadt war es zu tausendfachem Kindesmissbrauch gekommen. Die meisten der betroffenen Kinder waren zur Tatzeit zwischen drei und 14 Jahre alt. Andreas V. und sein Mittäter Mario S. wurden im September zu 13 und zwölf Jahren Haft verurteilt. Zudem ordnete das Gericht bei beiden eine anschließende Sicherungsverwahrung an.

Im Fall Bergisch Gladbach nahmen die Ermittlungen nach dem Fund großer Datenmengen im Oktober ihren Ausgang. Sie drehen sich um ein kriminelles Netzwerk, das sich über ganz Deutschland erstrecken soll. Die Ermittlungsgruppe "Berg" sucht in Chats und in Unmengen bei Verdächtigen beschlagnahmten Dateien nach Belegen für Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch. Mehrere Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

(xity, AFP)

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