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Etablierte Parteien in Bayern verlieren Mitglieder

Verluste bei CSU, SPD und FDP - Plus für Grüne, Freie Wähler und Piraten

xity deutschland | Mo. 20.02.2012 14:45 |
Die etablierten Parteien in Bayern haben mit Ausnahme der Grünen im vergangenen Jahr erneut Mitglieder verloren. Dagegen konnten die jüngeren politischen Gruppierungen neue Anhänger gewinnen. So legten die Freien Wähler innerhalb eines Jahres um zwei, die Grünen sogar um rund elf Prozent zu. Einen rasanten Zuwachs verzeichnete die Piratenpartei mit einem Plus von 65 Prozent.
München (dapd-bay). Die etablierten Parteien in Bayern haben mit Ausnahme der Grünen im vergangenen Jahr erneut Mitglieder verloren. Dagegen konnten die jüngeren politischen Gruppierungen neue Anhänger gewinnen. So legten die Freien Wähler innerhalb eines Jahres um zwei, die Grünen sogar um rund elf Prozent zu. Einen rasanten Zuwachs verzeichnete die Piratenpartei mit einem Plus von 65 Prozent. Das ergab eine dapd-Umfrage bei den Landesverbänden. Die Bayerische SPD, mit aktuell 65.400 Mitgliedern zweitgrößte politische Partei im Freistaat, schrumpfte demnach um 2,7 Prozent. Die FDP verlor in einem Jahr mehr als sechs Prozent der Mitglieder. Auch die CSU hat erneut Mitglieder verloren. Das räumte ein Parteisprecher auf Nachfrage ein. Die CSU-Landesleitung nennt jedoch im Gegensatz zu allen anderen Parteizentralen in Bayern bislang keine konkreten Zahlen. 2010 hatten die Christsozialen laut Rechenschaftsbericht im Vergleich zum Vorjahr mehr als 5.000 Parteimitglieder verloren. Die SPD in Bayern registrierte zum Jahreswechsel 65.400 Mitglieder, das waren rund 1.800 weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang hat nach Meinung von Generalsekretärin Natascha Kohnen vor allem demografische Ursachen. Um dem Mitgliederschwund gegenzusteuern, wollen die Sozialdemokraten in Zukunft verstärkt aufs Internet setzen. "Diese modernen Kommunikationswege zeigen sich als eine große Chance, junge Menschen für politische Diskussionen zu gewinnen", sagte Kohnen. Zuwachs für die Grünen in Bayern: Die Mitgliederzahlen stiegen binnen eines Jahres von 7.200 auf nunmehr 8.000. Grüne Themen seien in der Mitte der Bevölkerung angekommen, sagte Parteisprecher Alex Burger zur Begründung. Besonderen Zulauf habe es in den Monaten nach dem Atomunglück in Fukushima gegeben, einen weiteren Schub habe die Wahl von Winfried Kretschmann zum Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg gebracht. Die FDP in Bayern hat im vergangenen Jahr mehr als sechs Prozent ihrer Mitglieder verloren. Aktuell gibt es rund 5.700 Liberale im Freistaat, vor einem Jahr waren es mehr als 6.100. Damit sei die FDP auf dem Stand von vor zwei Jahren, sagte Landesgeschäftsführer Martin Hagen. "Im FDP-Boomjahr 2009 sind sehr viele Leute mit hohen Erwartungen zu uns gekommen, die im Katastrophenjahr 2011 enttäuscht wurden und wieder ausgetreten sind." Ein kontinuierliches Wachstum können die Freien Wähler (FW) in Bayern vorweisen. Zum Jahreswechsel kam der Landesverband nach eigener Auskunft auf fast 40.900 Mitglieder, etwa 800 mehr als vor einem Jahr. Das entspricht nach Angaben von Landesgeschäftsführer Michael Fischl dem jährlichen Zuwachs der vergangenen Jahre. Er rechnet mit einem weiteren Wachstum in den nächsten Jahren: "Da ist noch Luft noch oben." Das mit Abstand größte Wachstum erlebte 2011 in Bayern die Piratenpartei. Zum Jahreswechsel verzeichnete der Landesverband nach Angaben seines politischen Geschäftsführers Aleks Lessmann 4.300 Mitglieder, ein Jahr zuvor waren es noch 2.600. Das entspricht einem Wachstum von 65 Prozent. Lessmann glaubt, dass vor allem der Wahlerfolg in Berlin zu der Steigerung geführt hat. Zum Erfolgsgeheimnis gehört vermutlich auch der konkurrenzlos günstige Mitgliedsbeitrag von drei Euro pro Monat. dapd
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