Frankfurt/Main (dapd-hes). Mit der Eröffnung seiner neuen, rund 3.000 Quadratmeter großen Ausstellungshalle will das Frankfurter Städel Museum in die Riege der weltweit renommiertesten Kunstmuseen vordringen. Die Besonderheit des Erweiterungsbaus: Er liegt vollständig unter der Erde und wird durch 195 Bullaugen an der Decke beleuchtet, die in den Museumsgarten eingelassen wurden.
In dem futuristisch wirkenden Saal hängen derzeit 330 Werke der Gegenwartskunst, von Skulpturen über Gemälde bis zu Fotografien. Viele der Neuzugänge sind Dauerleihgaben und stammen aus den Unternehmenssammlungen der Deutschen Bank und der DZ Bank.
Die Städel-Sammlung sei immer weiter gewachsen, erklärt Museumsdirektor Max Hollein die Notwendigkeit des Neubaus, mit dem auch eine Sanierung des Altbaus einherging. Insgesamt habe sich die Ausstellungsfläche durch das insgesamt rund 52 Millionen teure Projekt fast verdoppelt.
Das Ergebnis begeistert den Österreicher, der auch schon für das New Yorker Guggenheim Museum gearbeitet hat. Das Frankfurter Architektenbüro schneider + schumacher habe einen "spektakulären und elegant zurückhaltenden Bau" geschaffen, sagte Hollein.
Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) findet den Erweiterungsbau "einfach schön". Sie betont, dass der Neubau ohne die Hilfe der Stadt wohl nicht realisiert worden wäre. "Hätte ich mich nicht von der Idee nicht überzeugen lassen, dann wäre daraus nichts geworden", sagte Roth. Es sei ihr gelungen, die städtischen Entscheidungsgremien von dem Projekt zu überzeugen, da sie selbst von der Idee fasziniert war.
Neben der Stadt, die rund 16,4 Millionen Euro in die Sanierung des Altbaus und die Errichtung des Neubaus investiert hat, beteiligte sich auch das Land Hessen mit rund 6 Millionen Euro. Rund 50 Prozent der Kosten wurden von Unternehmen, Privatleuten und Bürgerinitiativen getragen.
Insgesamt umfasst die Sammlung des 1815 als private Stiftung gegründeten Städel Museums derzeit rund 3.000 Gemälde, 600 Skulpturen, 500 Fotografien und über 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken. Damit können über 700 Jahre europäischer Kunstgeschichte besichtigt werden - vom frühen 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Am Mittwochabend (18.30 Uhr) sollte der neue Saal feierlich eröffnet werden. Zu dem Empfang wurden unter anderem Oberbürgermeisterin Roth und der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU) erwartet. Der ursprünglich ebenfalls vorgesehene und inzwischen zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff wurde ersatzlos von der Rednerliste gestrichen. Allen Bürgern steht die neue Halle am 25. und 26. Februar erstmals und bei freiem Eintritt offen.
dapd