Arbeitgeberverband warnt vor "Zersplitterung der Tariflandschaft&
Rückkehr zur Tarifeinheit angeregt
Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Arbeitgeber (BDA), Reinhard Göhner, hat als Lehre aus dem Arbeitskampf am Frankfurter Flughafen eine Rückkehr zur Tarifeinheit angeregt. "Wir sind für Tarifpartnerschaft, aber während der Laufzeit bestehender Tarifverträge, die für alle Arbeitnehmer eines Betriebes gelten, muss auch Friedenspflicht bestehen", sagte Göhner.
Frankfurt/Main (dapd-hes). Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Arbeitgeber (BDA), Reinhard Göhner, hat als Lehre aus dem Arbeitskampf am Frankfurter Flughafen eine Rückkehr zur Tarifeinheit angeregt. "Wir sind für Tarifpartnerschaft, aber während der Laufzeit bestehender Tarifverträge, die für alle Arbeitnehmer eines Betriebes gelten, muss auch Friedenspflicht bestehen", sagte Göhner am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin".
Im Tarifstreit der 200 Vorfeldbeschäftigten in Frankfurt zwischen der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) und dem Flughafenbetreiber Fraport nutze eine verschwindende Minderheit ihr "Erpressungspotenzial", sagte Göhner. Wenn eine Mini-Gewerkschaft mit "exorbitanten Forderungen" für weniger als ein Prozent der Beschäftigten einen Betrieb lahmlege, müsse die Tarifeinheit wiederhergestellt werden, forderte er. "Die Zersplitterung der Tariflandschaft ist hochgefährlich", sagte Göhner.
Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hatte mit Blick auf den Streik gefordert, dass "die Tarifeinheit schnellstens gesetzlich geregelt werden muss". Sonst könne eine Minderheit wie die GdF weiterhin ihre Sonderinteressen durchsetzen. Hundt zufolge verursachte der Arbeitskampf bereits einen Schaden von mindestens 100 Millionen Euro.
Das Bundesarbeitsgericht hatte den Grundsatz der Tarifeinheit, das Bestehen nur eines Tarifvertrags für ein Unternehmen, in einer Entscheidung vom Sommer 2010 aufgegeben.
Die GdF hatte in der Nacht zum Dienstag die Verlängerung des am Montag begonnenen Streiks der Frankfurter Vorfeldbeschäftigten bis Freitag um 23.00 Uhr angekündigt. Sie verlangt Lohnzuschläge sowie Änderungen bei Arbeitszeit und Urlaub. Fraport lehnt die Forderungen als überzogen ab. Die Konfliktparteien verhandeln derzeit nicht.
dapd