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NRW gedenkt Opfer rechter Gewalt

Anwohner der Kölner Keupstraße kritisieren Gedenkveranstaltung am Donnerstag

xity deutschland | Mi. 22.02.2012 16:25 |
Zahlreiche Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen unterstützen das Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt. Öffentliche Gebäude werden am Donnerstag (23. Februar) Trauerbeflaggung hissen, Mitarbeiter vieler Behörden sind zur Teilnahme an der Schweigeminute um 12.00 Uhr aufgerufen. Zudem stoppen unter anderem in Düsseldorf die Busse und Straßenbahnen.
Köln/Düsseldorf (dapd-nrw). Zahlreiche Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen unterstützen das Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt. Öffentliche Gebäude werden am Donnerstag (23. Februar) Trauerbeflaggung hissen, Mitarbeiter vieler Behörden sind zur Teilnahme an der Schweigeminute um 12.00 Uhr aufgerufen. Zudem stoppen unter anderem in Düsseldorf die Busse und Straßenbahnen. Auch an mehreren Gerichten sollen Mitarbeiter sich zu der Schweigeminute zusammen finden. Die evangelische Kirche von Westfalen ruft ihre Mitglieder auf, der vom Deutschen Gewerkschaftsbund und dem Bund Deutscher Arbeitgeberverbände initiierten bundesweiten Schweigeminute zu folgen. Sie findet zeitgleich mit einer zentralen Gedenkfeier der Verfassungsorgane in Berlin statt, zu der auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) erwartet wird. Auch die Schüler in NRW sollen an der Schweigeminute teilnehmen, teilte die Staatskanzlei mit. Die Lehrer seien aufgerufen, die Geschehnisse in geeigneter Weise zum Thema zu machen. Anwohner der Keupstraße in Köln, wo 2004 vermutlich durch die rechtsextremistische Terrorgruppe NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) ein Bombenanschlag verübt wurde, sehen die Gedenkfeier und die Schweigeminute skeptisch: "Eine Veranstaltung allein reicht nicht. Die Menschen hier haben weiterhin Angst", sagte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Keupstraße, Mitat Özdemir, der Nachrichtenagentur dapd. Den Ankündigungen der Politiker seien kaum Taten gefolgt. "Die NPD muss verboten werden", erklärte er. Hintergrund für die Gedenkfeier sind die mutmaßlich durch die Terrorgruppe NSU verübten Morde an neun ausländischen Kleinunternehmern sowie einer Polizistin. Überdies sollen die Rechtsextremisten in der Kölner Keupstraße im Juni 2004 einen Nagelbombenanschlag verübt haben. Dabei waren 22 Menschen teils lebensgefährlich verletzt worden. dapd
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