Wie war Ihr beruflicher Werdegang?
Nach dem Abitur und dem Zivildienst habe ich eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer gemacht. Mir war es wichtig, erst die Praxis kennenzulernen, bevor ich in die reine Planung gehe. Das war eine schöne Zeit, in der ich viel gelernt habe und die mir auch sehr viel Spaß gemacht hat. Danach studierte ich Landschaftsarchitektur an der Universität in Essen. Während meines Studiums habe ich nebenbei freiberuflich gearbeitet - sowohl in der Planung, als auch in meiner Gartenbaufirma.
Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?
Es ist ein sehr vielseitiger Beruf, in dem man kreativ sein kann. Interessant ist vor allem, mit der Natur zu arbeiten und sie zu gestalten. Man muss die Pflanzen, mit denen man arbeitet kennen und wissen, wie diese sich entwickeln. Ein Garten ist nach der Bauphase ja nicht fertig, sondern lebt weiter, wächst und verändert sich mit den Jahren. Das ist das Schöne an meinem Beruf. Man arbeitet mit den vielfältigsten Pflanzen und Materialien, die sich dann selbstständig weiterentwickeln. Auch alte Gärten kann man immer wieder überplanen und ihnen so ein neues Gesicht geben.
Wie kann man sich den Alltag eines Architekten vorstellen?
Der Alltag ist nicht immer so kreativ, wie man sich das vorstellt. Es gibt die Entwurfsphase, in der man die Ideen sammelt, sie weiterentwickelt und dann die Pläne erstellt. Aber dann gibt es auch die Phasen, in denen man sich mit den anderen Planern und Architekten absprechen und abstimmen muss. Vor allem bei Großprojekten hat man oft einen riesigen Kreis an verschiedenen Planern, die alle irgendwie zusammen kommen müssen. Dabei muss viel koordiniert werden, es gibt viel Schriftverkehr und zahlreiche Meetings. Das kreative Planen und Zeichnen ist nur ein relativ kleiner Teil des Berufs, hauptsächlich muss man daran arbeiten, dass die schöne Idee dann auch umgesetzt wird.
Was sehen Sie als Ihren bisher größten Erfolg an?
Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich bisher in meinem Beruf alles machen konnte. Es gibt viele Objekte, die ich realisieren durfte - gerade hier in Düsseldorf. Das sehe ich als Erfolg an. Ich kann dabei aber nicht behaupten, dass ein Projekt ein größerer Erfolg war, als ein anderes. Es kommt für mich dabei auch nicht unbedingt auf die Größe an. Ein Highlight des letzten Jahres war zum Beispiel ein Dachgarten in Cannes. Dort durfte ich meine Idee vollkommen ohne Kostenbudget umsetzten. Das macht zwar großen Spaß, ist aber auch viel Arbeit. Genau wie die großen Projekte hier in Düsseldorf: das Lighthouse, das doubleU oder das Sky Office. Auch mit Kostendruck macht die Arbeit Spaß und man kann viele schöne Sachen machen. Man braucht kein großes Budget, um gut planen zu können. Das ist auch die Kunst des Planers: mit geringen Mitteln schöne Sachen zu erstellen. Daher kann ich nicht sagen, ich habe einen einzigen großen Erfolg. Ich habe viele schöne Projekte, auf die ich stolz bin.
Wie sind Sie auf die Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine gekommen?
Ich kenne den Vorsitzenden der AGD, Herrn Dr. Edmund Spohr, schon seit meiner Kindheit. Er hat mich angesprochen, ob ich Interesse hätte, bei der AGD tätig zu werden. Da ich es wichtig finde, als Düsseldorfer auch etwas für meine Stadt zu machen und es in der AGD gute Möglichkeiten gibt, mich einzubringen, bin ich in den Vorstand gegangen.
Was sind Ihre Aufgaben dort?
Meine Themen sind natürlich die Landschaftsarchitektur und auch die Stadtraumgestaltung. In diesem Bereich bin ich für alle Mitgliedsvereine Ansprechpartner. Ein wichtiges Thema zur Zeit ist zum Beispiel die Anbindung des Hofgartens an den Kö-Bogen und die Altstadtgestaltung. Wenn es dazu Fragen von Seiten der Vereine gibt, können diese sich an mich wenden.
Was sind Ihre persönlichen Ziele?
Auf beruflicher Seite möchte ich meine Unternehmen gut und erfolgreich weiterführen und ausbauen. Dabei möchte ich nicht den Anspruch verlieren, immer gradlinig beziehungsweise sauber zu arbeiten und dabei auch zielorientiert für das Projekt und den Bauherren.
Außerdem ist mir wichtig, als Düsseldorfer etwas für die Stadt Düsseldorf zu tun. Deshalb habe ich mich sehr für die Altstadtgestaltung engagiert. Ich denke, dass man als Unternehmer nicht immer nur auf das Merkantile schauen darf. Man muss seine eigenen Interessen manchmal zurückstellen und versuchen, die allgemeinen Ziele voranzutreiben.
Persönlich möchte ich glücklich, zufrieden und gesund sein. Ich möchte mich nicht verbiegen lassen. Das ist ein wichtiges Ziel, das leider oft vergessen wird.
Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Ich treibe sehr gerne Sport und war jahrelang aktiv im Leistungssport. Meine Disziplin war das Rudern, was ich jetzt auch noch betreibe, um mich fit zu halten. Außerdem bin ich unterstützend in meinem Ruderverein tätig. Ansonsten bin ich sehr kulturinteressiert und gehe gerne zu Konzerten, in die Oper und ins Museum. Dafür gibt es hier in Düsseldorf ein hervorragendes Angebot. Meine Frau und ich kochen sehr gerne und gehen auch gerne essen.
Die xity-Redaktion bedankt sich bei Sebastian M. Fürst für dieses interessante Interview.