Die Pläne der Stadt zur Neugestaltung des Kö-Bogens sind nicht überall auf Gegenliebe gestoßen. Auch die AGD konnte sich mit einigen Punkten der Planung nicht anfreunden. Um es nicht bei bloßer Kritik zu belassen, machten sich engagierte Vertreter des Vereins daran, eigene Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten. Am gestrigen Freitag wurden diese den Mitgliedern und zahlreichen Gästen auf einer offenen Versammlung im Henkel-Saal vorgestellt.
Dr. Edmund Spohr stellte als Vorsitzender der AGD gleich zu Beginn klar: "Wir haben keine Patentlösung, wollen aber Stellung beziehen." Ihm und seinem Verein gehe es um einen konstruktiven Dialog und darum die bestmögliche Lösung für alle Düsseldorfer auszuarbeiten. Dass dies keine hohlen Phrasen sind, belegt die Tatsache, dass auch Gäste eingeladen wurden , die mit den Umgestaltungswünschen der AGD nicht konform gehen.
Hofgarten soll wieder verbunden werden
Grundsätzlich bedauerte Spohr, von der Politik nicht genug einbezogen und vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein. Eines der Hauptziele der AGD besteht darin, den durch die Verkehrsführung zerschnittenen Hofgarten wieder zu verbinden. Landschaftsarchitekt Sebastian Fürst sprach sich dafür aus, die neu entstehende Tunnelmündung einzufassen und im Idealfall keine Straßenbahn durch den Park fahren zu lassen. Vertreter der Bürgervereine von Unterrath und Derendorf äußerten derweil Kritik. Stellvertretend für die meisten Stadtteile im Norden, äußerten sie Befürchtungen, dass sie im Falle der geforderten Straßenbahnumleitungen, von der Innenstadt abgeschnitten werden würden. Dieser Punkt belegt, wie die Positionen innerhalb der AGD voneinander abweichen.
Neben einer guten Lösung für die Gestaltung des Hofgartens kämpt die AGD für den Erhalt der Hochstraße (Tausendfüßler). Frank-Thomas Jaitner, Vorsitzender des Rheinischen Vereines für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, hob die architektonische Bedeutung des Bauwerks hervor und gab ein Plädoyer für den Denkmalschutz ab. Guntram Schoenitz betonte als Experte für den Städtebau, dass die AGD für ihre Idealvorstellung kämpfe, dabei aber nicht auf ihren Positionen beharre, wenn diese nicht umsetzbar seien. Er sagte: "Der Abriss des Tausendfüßlers geht in Ordnung, wenn der städtebauliche Nutzen größer ist als der Schaden."
Verkehrsdezernent Keller äußert Zweifel am AGD-Verkehrskonzept
Zum Schluss der Veranstaltung erhielt Verkehrsdezernent Dr. Stephan Keller die Möglichkeit, zu den Vorschlägen Stellung zu beziehen. Er lobte die Bemühungen der AGD und die faire Diskussionskultur, widersprach aber einigen gefallenen Aussagen. Zunächst erkärte er, die Planung der Bauarbeiten sei formal korrekt und nicht hinter verschlossenen Türen abgelaufen. So sei auch die Entscheidung zum Abriss des Tausendfüßlers nicht zu beanstanden. Den Wunsch die einzelnen Teile des Hofgartens zu verbinden, kann Keller nachvollziehen. Allerdings sieht er die Umsetzung des Verkehrskonzepts der AGD als sehr problematisch an. Der Vorschlag der AGD, den Straßenbahnverkehr durch einen Tunnel zu leiten, ließe sich wohl nicht realisieren.
Am Ende zeigte sich Edmund Spohr zufrieden mit dem sachlichen Umgangston. Aus seiner Sicht wird es spannend zu sehen, ob der Landeskonservator die Pläne der Stadt absegnet. Sollte dieser zum Beispiel den Abriss des Tausendfüßlers untersagen, stellt sich die Frage, ob die Stadt einen Plan B in der Schublade habe.